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Workshops G–M

Freitag, 9. September 2011
13.00 bis 14.30 Uhr

Workshop G

Beeinträchtigungen in der Partizipation als Folge psychischer Erkrankung aus der Perspektive der ICF

Prof. Dr. Silvia Queri, Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Ravensburg-Weingarten (D)  

In der Rehabilitationsdiagnostik wird auf Basis einer vorliegenden Störung gemäss ICD-10 (International Classification of Diseases, WHO) die Beeinträchtigung der «funktionalen Gesundheit» festgestellt, die als Folge einer bestehenden Erkrankung definiert ist und bei gleicher Grunderkrankung interindividuell deutlich unterschiedlich ausfallen kann. Partizipation bedeutet in der Sprache der ICF (International Classification of Functioning, WHO) Daseinsentfaltung im Sinne von Einbezogensein in zentrale Lebenssituationen wie «soziale Beziehungen», «Selbstversorgung», oder «staatsbürgerliches Leben». Im Workshop wird ein Assessmentinstrument vorgestellt, dessen Ziel es ist, das Rehabilitationsmanagement im Sinne der Qualitätssicherung transparent zu machen. Folgende Logik leitet die Auswertung der Analyse: Lässt sich die funktionale Gesundheit und damit auch das Ausmass an Partizipation anhand von Störungen differenzieren und zeigt sich eine systematische Zuordnung von Rehabilitationsinterventionen? Das standardisierte Assessment von Partizipationsbeeinträchtigungen bietet Sozialarbeitenden neue Erkenntnisse.

 

Workshop H

Das Jugendheim im Spannungsfeld zwischen totaler Institution und Wohlfühlpädagogik

Daniel Kübler, dipl. Sozialarbeiter FH, Gesamtleiter der Pestalozzi-Jugendstätte Burghof, und Dr. Kurt Huwiler, Mitglied der Geschäftsleitung der Stiftung Zürcher Kinder- und Jugendheime

Partizipation im Heim bedeutet, den Jugendlichen angemessene Verantwortung zu übertragen. Nur was heisst angemessen? Es gibt verschiedene, weit verbreitete Formen partizipativer Teilhabe der Jugendlichen am Heimgeschehen wie Delegiertenräte, Vorschlags- oder Beschwerdewesen. Im Workshop sollen zwei andere Beispiele der Partizipation von weit reichender Wirkung für den Heimalltag dargestellt werden: Mitwirkung in einem Freizeit- und Gestaltungsprojekt und Grossgruppe zur Aufarbeitung eines Gewaltvorfalls.

 

Workshop I

Besonderheiten partizipativer Prozesse in ländlichen Räumen

Prof. Colette Peter und Bea Durrer, dipl. ing. agr. ETH, Institut für soziokulturelle Entwicklung, Hochschule Luzern – Soziale Arbeit  

Die meisten Studien zur informellen Partizipation beziehen sich auf den städtischen Kontext. Mit der Folge, dass der städtische Kontext als «Normalfall» behandelt wird. Im Zusammenhang mit der Evaluation eines in Glarus Süd als Modellvorhaben des Bundes durchgeführten Integrationsprojektes hat die Hochschule Luzern – Soziale Arbeit im Auftrag der Eidgenössischen Kommission für Migration erste Thesen zu Besonderheiten partizipativer Prozesse in ländlichen Räumen formuliert. Ein interner Erfahrungsaustausch unter Projektleitenden diente als Grundlage für die Formulierung dieser Thesen, in die einerseits aktuelle Forschungsergebnisse zum ländlichen Raum, andererseits die vielseitigen Erfahrungen mit Forschungs- und Regionalentwicklungsprozessen des Kompetenzzentrums während der letzten Jahre eingeflossen sind.

 

Workshop K

Netzwerk-Akteure als Subjekte von Partizipation

Prof. Jan Zychlinski, Berner Fachhochschule, Soziale Arbeit

In den aktuellen Veränderungen «des Sozialen» gibt es genügend Hinweise auf die Okkupation von Begriffen wie z.B. «Partizipation». Dieser «ungeschützte Begriff» ist ein  Schlagwort von Politik, Verwaltung und anderen Sozialstaats-Akteuren, u.a. der Sozialen Arbeit. Meist zeigt sich erst bei genauerem Hinschauen die hierarchische Struktur und Subjekt-Objekt-Logik, die diesen Partizipationsvorstellungen zugrunde liegt. Sieht man jedoch alle am Prozess Beteiligten als Akteure sich in Transaktionen konstituierender Netzwerke, lässt sich dieses Dilemma theoretisch, aber auch (partiell) praktisch auflösen. Die theoretische Ableitung und Anwendung auf praktische Beispiele sollen im Mittelpunkt des Workshops stehen.

 

Workshop L

Wir hören uns. INFOFON – Partizipation von Jugendlichen für Jugendliche

Dr. Sonja Moser, Medienpädagogin am Pädagogischen Institut, München (D) und Silke Vlecken, Master in Sozialer Arbeit, Dozentin ZHAW Soziale Arbeit  

INFOFON ist ein Telefondienst von Jugendlichen für Jugendliche. Unter der Münchner Nummer 121 5000 können dort jeden Tag die unterschiedlichsten Fragen gestellt und um Rat und Hilfe nachgefragt werden. Der Telefondienst ist ein niederschwelliges Angebot, das eine Brücke zwischen dem ersten Gespräch und einer professionelle Beratung ist. Gleichzeitig ist das Modell INFOFON aber auch eine Möglichkeit für die beteiligten Jugendlichen, daran mitzuwirken, wie München von Jugendlichen wahrgenommen wird. Im Workshop werden anhand des Projekts theoretische und praktische Aspekte behandelt wie Subjektorientierung, Förderung der Handlungskompetenzen, theoretische Analyse der Zielgruppe Jugend, Rahmenbedingungen für gelungene Partizipation usw.

 

Workshop M

Social work with children in social risk situations: the experience and practice in Belarus*

Dr. Alina Teslia, Dr. Valentina Klipinina, Dr. Victor Zaitsev, Dr. Elena Polupanova, Belarusian State Pedagogical University BSPU, Minsk (Weissrussland)  

Care and support of children in the Republic of Belarus is first-priority direction to social policy of the state. Despite the various arrangement and social support for children of state, more than 34% of them are in a socially dangerous situation. This is primarily due to the fact that measures taken do not always reach the goal, especially for children at risk or in situations of social risk. The workshop provides an insight into the special situation of social work in Belarus.    

*in englischer Sprache