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Workshopsession 3 - Freitag, 10. September 2010

Theorie und Modellbildung im Bereich informellen Lernens und informeller Bildung
» Familie und Systeme

Workshop N
Vom Nicht-Wissen zum Wirksam-Werden von Wissen und Verständnis

Heinrich Bader, Sozialpädagoge und Psychoanalytiker und Dr. phil. Olaf Knellessen, Psychoanalytiker, beide Psychoanalytisches Seminar Zürich

Informelles Lernen vollzieht sich indirekt durch Übertragungen und Übersetzungen, indem man in der einen Situation etwas für eine andere erfährt. Die psychoanalytische Erfahrung zeigt, dass gerade am Ort des Nicht-Wissens, des Unbewussten, neues Wissen und Verständnis auftauchen und wirksam werden kann

Workshop O
Im Kontakt mit anderen Kindern soziale Kompetenz erwerben

Dr. phil. Heidi Simoni, Marie Meierhofer Institut für das Kind, Zürich

Vorgestellt wird eine Untersuchung zum frühen Erwerb sozialer Kompetenz. Im Fokus der Studie standen das Entdecken, Ausprobieren und Üben sozialen Verhaltens unter Kleinkindern in Situationen, die von Erwachsenen zwar begleitet aber nicht didaktisch oder inhaltlich vorbereitet oder angeleitet werden. Die gewonnen Erkenntnisse unterstreichen die Reichhaltigkeit früher Erfahrungen unter Peers. Es darf davon ausgegangen werden, dass Kinder durch andere Kinder bereits in den ersten beiden Lebensjahren in beträchtlichem Mass emotional und kognitiv herausgefordert werden. Diskutiert werden sollen Konsequenzen für die Praxis und Fragestellungen für weitere Forschung.

Workshop P
«Wege aus der Brüllfalle»: Interaktive, mediengestützte Erziehungshilfe für Eltern

Rainer Kreuzheck, Dipl.-Psych., Paar- und Familientherapeut, Elternnotruf Zürich

Eltern-Sein ist eine grosse Herausforderung und erfordert hochkomplexe Kommunikations- und Beziehungs-kompetenzen. Eigene Familiengrenzen überschreiten, Hilfe suchen, über Schwierigkeiten reden, sich in die Situation von Kindern versetzen, Konflikte annehmen, Distanz schaffen – man kann die Vermittlung dieser Fähigkeiten nicht formalisieren – sie erfordern vielmehr ein differenziertes Verständnis von informellem Lernen.

Workshop Q
Vielfältiges informelles Lernen in der Soziokultur

Martin Heyer, Bereichsleiter Integration & Soziokultur, Sozialdepartement der Stadt Zürich

Im Arbeitsfeld der soziokulturellen Animation werden traditionell die vielfältigsten Formen informellen Lernens praktiziert. Als Beispiele seien nur offene Werkstätten, Medienräume, Arbeit mit Tieren oder das breite Feld der Freiwilligenarbeit genannt. Das Kontraktmanagement des Sozialdepartements der Stadt Zürich hat in Gesprächen mit privaten Anbietenden gegen hundert Beispiele für die wichtigsten Wirkungen in der Soziokultur gesammelt. Wir werden die Chance nutzen, diese aus dem Blickwinkel des informellen Lernens zu betrachten und uns fragen: Was gewinnen wir mit dem neuen Begriff des informellen Lernens? Ist er fruchtbar und produktiv für ein neues Sehen, Verstehen, Nachdenken und Handeln, oder ist es nur «alter Wein in neuen Schläuchen»?


Workshop R
Familiencoaching mit Migrantenfamilien

Faton Topalli, Dipl. Sozialarbeiter FH, PsychoSozialer Dienst, AOZ Zürich

Lern- und Bildungsprozesse in der Familie werden von Eltern, welche in einer anderen Kultur sozialisiert wurden, oft unterschätzt oder als selbstverständlich hingenommen. Im Familiencoaching mit Migrantenfamilien steht daher die Förderung der Erziehungskompetenz der Eltern im Vordergrund. Angesichts der häufig sehr belasteten Situation von Migrantenfamilien (Statusunsicherheit, Armut, Sprachprobleme etc.) geht dies auf beiden Seiten oft nicht ganz ohne Schwierigkeiten.

Workshop S
Sozietales Lernen: Wie lernt eine Gesellschaft?

Jakob Huber, Präsident Expertengruppe Weiterbildung Sucht EWS und Geschäftsführer Stiftung Contact Netz, Bern, Iwan Reinhard, Geschäftsführer und Tania Steiner, Projektleiterin, beide Expertengruppe Weiterbildung Sucht EWS

Wie können breite Bevölkerungsschichten für positive Veränderungsprozesse hinsichtlich ihrer Gesundheit und sozialen Integration gewonnen werden? Die Expertengruppe arbeitet mit dem Begriff sozietales Lernen, wo Lernprozesse eine ganze Gesellschaft betreffen. In Zusammenarbeit mit Projekten wie FemmesTISCHE möchte die Expertengruppe sozietale Lernprozesse in der Praxis ermöglichen und umsetzen.