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Workshopsession 2 - Donnerstag, 9. September 2010

Theorie und Modellbildung im Bereich informellen Lernens und informeller Bildung
» Kindheit und Jugendalter 

Workshop G
Chancengerechtigkeit und Integration durch frühkindliche Bildung

Dr. phil. Doris Edelmann, Universität Fribourg, Departement Erziehungswissenschaften

Der Workshop bietet nationale und internationale Einblicke in innovative Fördermöglichkeiten von jungen Kindern und ihren Familien mit Migrationshintergrund. Im Zentrum stehen dabei Projekte zur frühen Kompetenz-förderung im Allgemeinen sowie Massnahmen zur Sprachförderung im Besonderen. Zudem werden erste Ergebnisse des laufenden NF-Forschungsprojekts "Candela" präsentiert und zur Diskussion gestellt. Das Projekt untersucht Familien mit Migrationshintergrund, deren Kinder an einer vorschulischen Sprachförderung in einer Spielgrupe teilnehmen.

Workshop H
Gestern Schlüsselkind, heute Lückekind. Chancen und Grenzen des informellen Lernens in der nichtbetreuten Freizeit 10- bis 14-Jähriger

Stephan Fischer, Kontraktmanager, Sozialdepartement der Stadt Zürich und Prof. Dr. Anna Maria Riedi, ZHAW Departement Soziale Arbeit

Kinder, welche einerseits nicht mehr an der schulergänzenden Betreuung (Hort) teilnehmen, andererseits aber nur wenig altersgerechte anderweitige Betreuungs- oder Freizeitprogramme vorfinden bzw. benutzen, sind in der Stadt Zürich vermehrt zu einem Thema geworden. Anstelle der Schlüsselkinder der 1970er und 80er Jahre, sprechen wir heute von Lückekinder. Die Stadt Zürich steht seit längerer Zeit mit der ZHAW Departement Soziale Arbeit im fachlichen Austausch zu Fragen, inwiefern diese Lücken für Kinder selber eine Chance sind, inwieweit es sich dabei eher um Leerräume oder eben tatsächlich um Freiräume handelt. Ergebnisse aus einem Projekt werden vorgestellt und diskutiert.

Workshop I
Kompetenzerweiterung durch informelles Lernen

Prof. Dr. Kitty Cassée, ZHAW, Departement Soziale Arbeit

Die Kompetenzorientierung als Methodik setzt beim ursprünglichen Auftrag Sozialer Arbeit an: Kinder, Jugendliche und ihre Eltern zu befähigen, die Aufgaben des Alltags erstmals oder wieder aus eigener Kraft zu bewältigen. Der Workshop betrachtet kritisch, was es bedeutet, wenn informelle Bildungschancen im Alltag – und damit die unverzichtbaren Voraussetzungen für formelle und informelle Bildungsprozesse – fehlen. Aufgrund eigener Forschung und Entwicklung in Zusammenarbeit mit Praxispartner/innen wird aufgezeigt, wie informelle Bildungsprozesse in Partizipation mit Kindern, Jugendlichen und Eltern geplant, gestaltet und evaluiert werden können.

Workshop K
Bildungslandschaft Horgen zwischen formalen und informellen Angeboten

Ulrich Meyer, Jugendbeauftragter Horgen

Im Workshop geht es um die Frage, wie Bildungsprozesse im Kindes- und Jugendalter in einem Wechselspiel unterschiedlicher Orte und Gelegenheiten gefördert werden können. Dazu müssen Schule und ausserschulische Kinder- und Jugendpolitik verstärkt aufeinander zugehen. Im Sinne einer praktischen Sozialraumorientierung sollen verschiedene Gruppen von Akteuren einbezogen werden, wie z.B. offene Kinder- und Jugendarbeit, Freizeiteinrichtungen, Jugendverbände, Vereine, Kirchen, (Aisbildungs-)Betriebe, usw.

Workshop L
Aufsuchende Familienarbeit – informelles Lernen im familiären Kontext

Annelies Schneider, Dipl. Sozialarbeiterin FH, Leiterin Mobile Familienberatung & Krisenintervention, Dietikon

Welche Fertigkeiten, Fähigkeiten, Haltungen, welche Kompetenzen müssen Kinder und Jugendliche erwerben, um als zukünftige Erwachsene in Einklang mit sich und anderen ein eigenständiges Leben führen zu können? Welche  Entwicklungen müssen Eltern durchlaufen, damit sich die Kinder gut entfalten und sich alle wohl fühlen können? Nicht alle Familien kommen mit diesen Aufgaben gut und erfolgreich zurecht. Viele kämpfen mit sozialen, psychischen oder physischen Schwierigkeiten.
Zentrales Anliegen der Aufsuchenden Familienarbeit ist es, Kinder und Jugendliche zu schützen indem bestehende Bindungen zwischen Eltern und Kindern gestärkt und Eltern dabei unterstützt werden, sich kompetent zu verhalten. Der «Bildungsort Familie» wird anhand konkreter Erfahrungen der Mobilen Familienberatung & Krisenintervention vorgestellt. Chancen, Wirkungen und Grenzen dieser Arbeit „vor Ort“ werden aufgezeigt und diskutiert.

 

Workshop M
Schmalspurkompetenz oder Life-Experten: Jugendliche lernen in Chat und Community 

Joachim Zahn, Animator FH und Medienpädagoge, Projektleiter zischtig.ch und edu4you 

Warum wissen alle Jugendlichen wie man eine Hotmail-Adresse einrichtet? Woher wissen sie, wo man „cheats“ für ein optimiertes Spiel lädt? Wie lernen Jugendliche, solches online zu lernen? Und wie lernen sie, welchen Quellen zu misstrauen ist? In Online-Welten wird informelles Lernen real und sichtbar. So lassen sich in diesen eigenartigen Netzwerken Interaktionen nachzeichnen, Zeichen analysieren und Lernprozesse beschreiben. Auch wenn dieses Lernen in der Offline-Realität selten wahrgenommen wird, so geschieht dies bei Jugendlichen in kollektiven Dimensionen und mit nachhaltiger Wirkung.