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Interview Cornelia Struchen

Wie entstand die Idee eine Zukunftskonferenz zu organisieren?
Wir wollen der Zeit voraus sein. Das Gesundheitswesen ist generell in Entwicklung, alle betroffenen Berufe müssen sich den neuen Gegebenheiten anpassen. Die Verlagerung der Ergotherapieausbildung an die Fachhochschule bringt neue Ansprüche an den Beruf mit sich. So kann das Studium neu mit einem Master abgeschlossen werden oder der Forschungszweig Ergotherapie wurde aufgebaut. Veränderungen sorgen oft für Skepsis. Dem wollen wir entgegenwirken: Wir laden alle Interessierten an diese Tagung ein.
Was ist Ihr Ziel?
Wir wollen Praktikerinnen und Praktiker, Forschende, Dozierende und den Berufsverband zusammenbringen, uns gemeinsam mit der Zukunft der Ergotherapie auseinander setzten und den Prozess der Berufsentwicklung initiieren. Da wir eine kleine Berufsgruppe sind, ist es sehr wichtig, dass wir am gleichen Strick ziehen.
Was kann die Zukunfskonferenz bewirken?
Wir wollen einen nachhaltigen Prozess der Berufsentwicklung in Gang setzen, das gemeinsame Berufsbild festigen und uns stark im Gesundheitswesen und in der Gesellschaft positionieren. Der ErgotherapeutInnen-Verband Schweiz (EVS) führt den Prozess am Schweizer Ergotherapiekongress im Juni 2011 in Olten weiter.
Was erschwert Ihrer Meinung nach die Neuorientierung der Ergotherapie?
Im Gesundheitswesen wird eine härtere Gangart angeschlagen – überall wird gespart. Zudem haben wir Konkurrenz aus anderen Berufsgruppen.
Wie sehen Sie die Ergotherapie der Zukunft?
Ergotherapeutinnen und -therapeuten arbeiten auch in nicht herkömmlichen Berufsfeldern. Zum Beispiel erhalten sie direkte Aufträge von Arbeitgebern, um Arbeitnehmer die oft und lange krank sind, zu unterstützen, ihre Krankheitstage zu reduzieren.
Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Ergotherapie?
Ich wünsche mir, dass die Ergotherapie nicht nur im Gesundheitswesen sondern auch in der Gesellschaft besser verankert ist. Die Bevölkerung weiss: Was kann Ergotherapie bringen und wo sind ihre Grenzen.
Besten Dank für das Interview!
Cornelia Struchen, ist Leiterin Weiterbildung Ergotherapie. Sie ist Mitinhaberin des ambulanten Zentrums für Ergotherapie Luzern GmbH und arbeitet dort, neben ihrem Pensum an der ZHAW, Teilzeit als Ergotherapeutin. An der Fachhochschule für Sozialarbeit und Wirtschaft in Luzern schloss sie den MAS Social Service and Healthcare Management ab.


